Stellwerk

Das Prachtstück des Museums...
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Das Prachtstück des Museums bildet zweifellos das komplett erhaltene – und weitgehend funktionstüchtige – 14 Meter lange Hebelwerk des elektromechanischen Stellwerkes der Bauart VES 1913. Im Jahr 1931 als größtes Stellwerk dieser Bauart in Europa in Betrieb genommen, wurde der gesamte Fahrbetrieb der Betriebswerkstatt Grunewald und des Bahnhofs Olympia-Stadion von hier überwacht. 103 Weichen und 99 Signale wurden mit den Hebeln gestellt und ermöglichten Zugbewegungen über 616 Fahrmöglichkeiten.

Die Stellung der Signale und den Standort von Fahrzeugen konnte man auf der 6 Meter langen und 2 Meter hohen Fahrschautafel verfolgen. Die Anzeige erfolgte durch 1239 Glühlampen. Zusätzlich zur ursprünglichen Ausstattung des Raumes sind etliche  Ausstellungsstücke dort untergebracht worden, z.B. die erste Version des MCS (Micro-Computer-Stellwerkes), mit dem Siemens im Jahr 1986 die Ära der elektronischen Stellwerke auf dem Bhf. Uhlandstr. einleitete. Auch ein Teil der Modellbahnanlage aus der Ausbildungsstätte Turmstr. ist hier zu finden. An dieser Anlage wurden Zugabfertiger und Weichensteller ausgebildet. In der ursprünglichen Form war die Linie U9 (früher Linie G) von Schulstr. (heute Nauener Platz) bis Spichernstr. nachgebildet.
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Zu den ältesten Stücken gehört in diesem Raum zweifellos die Turmkugel von der Oberbaumbrücke, die bei den Untersuchungen des Spreegrundes im Zusammenhang mit den Vorbereitungen zum Wiede-raufbau der Brücke im Schlamm gefunden wurde. Daneben sehen Sie den schematischen Aufbau einer modernen Fahrsperrenanlage mit der Möglichkeit zu demonstrieren, wie und warum ein Zug beim Überfahren eines haltzeigenden Signals zwangsgebremst wird In diesem Raum ist auch das Modell des U-Bahnhofs Gleisdreieck vor dem Umbau 1909 - 1912 zu finden. Letzter Auslöser für einen niveaufreien Neubau der Anlage war das Hochbahnunglück am 26.09.1908, bei dem ein Zug nach dem Überfahren eines Haltesignals einem anderen in die Flanke fuhr. Ein Wagen des Unfallzuges stürzte damals vom Viadukt in den Hof des Kraftwerkes an der Trebbiner Straße. 

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