Fahrzeugtechnik

fahrzeugtechnische Raritäten...
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Eine besondere fahrzeugtechnische Rarität sind die diversen Fahrschalter von U-Bahnwagen. Der älteste Fahrschalter aus dem Zugtyp AI, der ersten Lieferung von 1901, überlebte als einziges Exemplar die Verschrottungsaktion der ersten Fahrzeugserie in der Mitte der zwanziger Jahre. Diese Anlage war für Direktschaltung ausgelegt und ist entsprechend kompakt. Der gesamte Motorstrom wurde hierbei über die Schalterkontakte geleitet. Daneben befindet sich ein Fahrschaltertyp für einen Triebwagen AI ab der 5. Lieferung 1906. Im Zusammenhang mit der geänderten Zugsteuerung schaltet diese Anlage nur noch den Strom für die Schütze. Wagen von diesem Typ waren bei der BVB noch bis zum November 1989 auf der Linie A (heute U2) in Betrieb.

Zu den in diesem Raum befindlichen Ausstellungsstücken gehören außer der Fahrschaltersammlung noch Zubehörteile für den Zugdienst wie Schilder für die Zugzielsignalisierung, Kuppeleisen für das Trennen oder Kuppeln von Fahrzeugen mit Spannpufferkupplung (Fahrzeugserie AI), ein isolierter Eisenstab, um die Stromabnehmer zu betätigen. Ganz besonders freuen wir uns ihnen auch einen sogenannten Hilfsfahrschalter zeigen zu können. Mit ihm war es im Kleinprofil möglich, vom Beiwagen aus über die Rangiersteckdose zu fahren und bremsen. Er wurde zum Umkuppeln von Zügen genutzt. Ein Prinzipschaltbild der pneumatischen Anlage eines B-Zuges ermöglicht Ihnen, die Zusammenhänge zwischen der Brems– und Fahrsperrenanlage inkl. der Drucklufterzeugung zu erkennen. Dieses Prinzipschaltbild wurde bis in die 60er Jahre zur Ausbildung von Zugfahrern bei der BVG benutzt. In Bildern werden ihnen die einzelnen Zugtypen der Berliner U-Bahn nähergebracht. Leider können wir Ihnen diese Typen nicht im Museum präsentieren, da sie im gesamten Netz der Berliner U-Bahn verteilt sind.

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Den Nebenraum können sie stilecht durch eine sogenannte Doppelschiebetür betreten. Diese "retteten" wir aus einem historischen U-Bahnwagen vor der Verschrottung. Dort sehen sie eine Sammlung ausgewählter Innenraumleuchten früherer Typen des Klein- und Großprofils (AI, All, BI, CI), die als Deckenlampen über dem Mittelgang angebracht waren. In einer Vitrine gibt es verschiedene Erinnerungstücke aus damaligen Zeiten zu sehen. Ein Splitter von einer in der Hauptverwaltung der BVG explodierten Bombe ist ebenso vorhanden wie eine von der russischen Besatzungsmacht ausgegebene Armbinde mit zugehörigem Erlaubnisschein. Sie berechtigte zum Betreten der Straße während der Sperrstunden für dienstleistende BVG Angehörige.

Zu diesen Raritäten gehören auch ehemalige Dienstausweise, Wappen, Stempel­ und Entwerterzangen, Abfertigungspfeifen sowie ein Geldwechsler. Ein Sitzpolster aus einen BI Wagen mit dem klassischen roten Kunstlederbezug lädt zum Verweilen ein. Sie haben jetzt die Möglichkeit:

 

  • Videovorführungen mit Berichten über die historischen U-Bahnfahrzeuge der BVG
  • einen Film über die Geschichte der Berliner U-Bahn
  • eine nächtliche Fahrt mit offenen Plattformwagen, bekannt als "Cabrio-Fahrt"

zu sehen.

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