Ein Tag im Museum

Was hinter den Kulissen passiert...

Was ist alles nötig, damit der Museumsbesucher am 2.Samstag eines jeden Monats von 10:30 - 16:00 Uhr die Räumlichkeiten des Berliner U-Bahn-Museums besuchen kann?

Der nachstehende Text soll dem Leser ein Einblick dahin geben, was alles hinter den Kulissen passiert, damit das U-Bahn-Museum geöffnet werden kann.

Am Freitag vor dem Öffnungstag werden der Fußboden und die WC-Anlage des Museums gereinigt.
Samstag, 9:30 Uhr. Die ersten Kollegen der Museumsmannschaft erscheinen und bereiten das Museum für den bevorstehenden Besuchstag vor.

Die Museumsmannschaft, wer ist das?


Die Mannschaft ist ein bunter Haufen begeisterter Männer im Alter von 18 bis 80 Jahren, die aus allen Bereichen kommen (Schüler, Student, Dipl.-Ingenieur, Handwerker, BVGer, Pensionär uvm.) und sich die ehrenamtliche Pflege und Betreuung des Berliner U-Bahn-Museums auf die Fahne geschrieben haben. Ohne diese bunte Mannschaft wäre es nicht möglich der Allgemeinheit die Sammlung zu zeigen.

Was ist nun zu tun?


Die Räume werden gründlich durchgelüftet, an unzähligen Stellen im Museum wird das Licht eingeschaltet, damit die Besucher nicht im Dunkeln stehen, bzw. die Exponate besser sichtbar sind. Ebenso wird der Strom fürs Stellwerk eingeschaltet und die ganze Anlage wird "hochgefahren". Im Winter werden die Räumlichkeiten natürlich wohltemperiert, sprich die Heizkörper in die entsprechende Stellung gestellt.

Die Mannschaft versammelt sich kurz vor Öffnung des Museums zusammen, bespricht, was heute ansteht bzw. was zu erwarten ist (Führungen, angemeldete Gruppen).
Ebenso werden die Auslagen im Museum mit Flyern und Prospekten bestückt.
An der Museumskasse wird das Wechselgeld parat gestellt, der Fahrkartengeber auf das entsprechende Datum eingestellt und die Besuchszähler auf "0" gestellt.
Auch am Souvenirstand werden die Waren ausgelegt und das Wechselgeld wird parat gehalten.

Ebenso werden die Räume von Museumskollegen besetzt und je nach Personallage werden auch sonst nichtgezeigte Räume den Besuchern sichtbar gemacht.
10:30 Uhr: Die Eingangstür in der Vorhalle neben dem gelben H-Zug und A3 - Triebkopf wird geöffnet. Das Museum hat geöffnet und die ersten neugierigen Besucher, die schon vor 10:30 Uhr vor dem Eingang auf die Öffnung gewartet haben, stürmen ins Museum.
Die Kollegen stehen in den Räumen den Besuchern zur Verfügung, erklären gerne Einzelheiten der Sammlung, führen Dinge vor oder stehen für neugierige Besucherfragen mit offenen Ohren bereit.

Aber nicht nur in den Ausstellungsräumen, auch in den unzugänglichen Räumen wird gewerkelt. Es wird geschraubt, gehämmert, gesägt. Exponate werden gesäubert, repariert, oder einfach nur Flyer werden in die Regale eingeräumt.

Es ist 15:00 Uhr und das Museum hat den letzten Einlass, was bedeutet, dass die Eingangstür in der Vorhalle geschlossen wird. Bis 16 Uhr können die Besucher noch die Ausstellungsräume besichtigen.

Und was passiert dann?


Wer denkt, dass um Punkt 16 Uhr das Museum schließt und alle Feierabend haben, der irrt. Denn jetzt steht noch eine Menge Arbeit an. Zuerst werden die Besucherzahlen notiert. Danach werden die Eintrittsgelder und die Verkaufserlöse vom Souvenirstand abgerechnet – und das kann dauern.

Das Licht in den Räumen wird wieder ausgeschaltet, die Heizung wird runter gedreht, und die Räume werden wieder durchgelüftet. Die Stromversorgung für das Stellwerk wird wieder abgeschaltet. Natürlich bekommen einige Exponate stets eine Sonderpflege, sprich sie werden entstaubt, oder mit Holzpolitur versehen oder bekommen einfach nur eine Schraube nachgezogen.

Die Räume im Museum werden natürlich auch wieder abgeschlossen.
So kann es ganz schnell 17.30 Uhr werden, ehe man mit allem fertig ist. Natürlich sitzen die Kollegen anschließend noch zusammen, trinken was, lassen den vergangenen Tag Revue passieren und quatschen.

Wer jetzt denkt, dass das alles ist, der irrt. Denn mindestens einmal im Monat treffen sich die Kollegen im Museum, um die Exponate weiter zu pflegen, denn sie sollen den Besuchern noch sehr lange unbeschadet zur Verfügung stehen. Aber auch sonst gibt es im Museum noch genug Arbeiten zu erledigen, zu denen man während der regulären Öffnungszeiten gar nicht kommt.

Da müssen Glühlampen ausgewechselt werden, das Archiv bedarf seiner Pflege, die Exponate werden inventarisiert. Peut a peut wird die Ausstellung umgestaltet. Ebenso werden Sonderausstellungen vorbereitet. All dies geschieht in unserer Freizeit.