Die Bauart EIII


die Großprofillinie... 1020933

Durch die Verwaltungstrennung der BVG, 1949, betrieb die BVG-Ost die Großprofillinie E zwischen Alexanderplatz und Friedrichsfelde in eigener Regie. Dafür standen 41 Trieb- und 39 Beiwagen der Bauart AIK zur Verfügung, welche zum Profilausgleich seitlich angebrachte Bohlen (Blumenbretter) erhielten. Versuche der BVG-Ost, neue Fahrzeuge zu beschaffen, standen unter keinem guten Stern. Die beiden 1958 gelieferten Probetriebwagen vom Typ EI waren nicht geeignet, der Nachfolgetyp EII kam über das Reissbrett nicht hinaus. Nach dem Bau der Berliner Mauer 1961 betrieb die BVG-Ost nun auch die Kleinprofillinie A, Pankow-Thälmannplatz. Für beide Linien standen insgesamt zu wenige Fahrzeuge zur Verfügung. Noch 1961 fasste man den Beschluss, überflüssige S-Bahnwagen in U-Bahn-Großprofilwagen umzubauen. Zur Verfügung standen deren bewährte Zugsteuerungsanlagen, Fahrmotoren, Drehgestelle und Teile der Bremsanlage. So wurde in enger Zusammenarbeit der BVG-Ost und dem RAW Schöneweide in nur 1 ½ Jahren der Zugtyp E III entwickelt und gebaut.

Wie auch bei der S-Bahn wurde der Zugtyp E III als Zweiwageneinheit, bestehend aus Trieb- und Beiwagen konzipiert. Die Wagenkästen waren Neubauten. Sie verfügten je Seite über 4 druckluftbetätigte Doppelschiebetüren, zwischen denen sich jeweils ein großflächiges Fenster befand, dessen oberer Teil klappbar war. Der optimalen Sicht des Zugpersonals dienten 2 große Fenster in der leicht geneigten Stirnwand der Triebwagen. Trieb- und Beiwagen waren durch eine Kurzkupplung miteinander fest verbunden. Die Zugeinheiten wurden mittels Scharfenbergkupplung, die anfangs noch halbselbsttätig wirkend waren, miteinander verbunden. Zwischen 1962 und 1968 wurden in 2 Lieferungen je 36 Trieb- und Beiwagen aus ehem. S-Bahnwagen der Baureihe 168, 169 und 165 umgebaut. Im gleichen Maße, wie die neuen U-Bahnwagen auf der Linie E zum Einsatz kamen, wurden die dort verkehrenden Kleinprofilwagen wieder für den Einsatz auf der Linie A zurückgebaut. Ende der 60er Jahre endete dann der Einsatz von AI-Zügen auf der Linie E endgültig.

DSCF1183

Zwischen 1972 und 1975 wurden noch neun weitere S-Bahnviertelzüge in U-Bahnwagen der Bauart EIII umgebaut. Die 1974/75 in Betrieb genommenen EIII/4 Wagen erhielten eine modernere Inneneinrichtung, eine optisch-akustische Türschließwarnanlage und Lautsprecher sowie bereits die nötigen technischen Einrichtungen für den Einmann-Zugbetrieb. Die älteren EIII-Wagen ( EIII/1-3) wurden zwischen 1976 und 1982 im Rahmen der fälligen Hauptuntersuchung entsprechend nachgerüstet und den EIII/4 Fahrzeugen angeglichen. Für die Verlängerung der Linie E von Tierpark nach Hönow wurden zwischen 1986 und 1990 weitere 41 Viertelzüge der S-Bahnbaureihe 275 in U-Bahnwagen Typ EIII/5 umgebaut. Diese waren jedoch wegen anderer elektrischer Ausrüstung nicht mit den älteren Zügen der Bauart EIII/1-4 kuppelbar.

Aus betriebswirtschaftlichen Gründen wurden die EIII-Wagen nach der Wende relativ schnell ausgemustert und verschrottet. Am 16. Juli 1994 verkehrten zum letzten Mal 2 Züge dieser Bauart zwischen Alexanderplatz und Hönow. Die BVG bewahrt einen 4-Wagenzug der Bauart EIII/5 und eine EIII/1 Einheit für die Nachwelt auf. Der EIII/5 Zug befindet sich im betriebsfähigen Zustand während die Einheit 1804/05 am 19. Dezember 2010 auf dem U-Bahnhof Alexanderplatz erstmalig als Standmodel präsentiert wurde.

 


Datenblatt zum Herunterladen: pdf


Übersicht Historische Fahrzeuge Typ EIII


Fzg - Nr.: Baujahr Lieferung  Wagenkastenlieferant Bemerkungen
1804/05 1962 1. RAW Schöneweide bis 1994 im Fahrgastverkehr, z.Z. nicht fahrfähig
1914/15 1986 5. RAW Schöneweide bis 1994 im Fahrgastverkehr
1916/17 1986 5. RAW Schöneweide bis 1994 im Fahrgastverkehr

[zurück]